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Louis Neumann

Louis Neumann im Jahr 2024. (Foto: Louis Neumann)

Louis Neumann im Jahr 2024. 
(Foto: Louis Neumann)

Louis wurde am 29. Januar 1934 in Bödigheim als Ludwig Neumann geboren. Er war der einzige Sohn von Rosa und Max Neumann, die in Bödigheim einen Gemischtwarenladen samt Tankstelle führten. 

Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten hat die junge Familie Neumann Schikanen, Ausgrenzung und Boykottmaßnahmen erdulden müssen. Dank seiner liebevollen Eltern wuchs Louis dennoch behütet und umsorgt auf. Ende der 1930er Jahre versuchten sie ihren Sohn über verschiedene Wege aus Nazi-Deutschland herauszuschleusen - vergeblich.

Nach der erzwungenen Aufgabe des Geschäftes und dem notwendigen Verkauf des Wohn- und Geschäftshauses erfolgte am 22. Oktober 1940 im Zuge der "Wagner-Bürckel-Aktion" die Deportation der gesamten Familie Neumann nach Gurs in Südfrankreich. Dort wurde Max von seiner Frau und seinem Sohn getrennt. Der Gesundheitszustand von Louis verschlechterte sich rapide. Durch die Hilfe des jüdischen Kinderhilfswerk OSE gelang es Rosa ihren Sohn aus dem Lager zu schleusen. Den Holocaust und Krieg überlebte Louis in verschiedenen Kinderheimen.

1946 verließ er Frankreich und lebte bei Verwandten in Amerika. Nach dem Schulabschluss und dem Militärdienst studierte Louis am Queens College in New York. Im Jahr 1961 kehrte er mit seiner Frau nach Deutschland zurück, um seinen Geburtsort Bödigheim zu besuchen.

Durch die Beschäftigung mit der Lebensgeschichte der jüdischen Familie Neumann aus Bödigheim, hatten die Schülerinnen und Schüler des Burghardt Gymnasiums das Schicksal von jüdischen Menschen während der NS-Zeit unmittelbar vor Augen.

Bei den Projekt-Tagen des Burghardt-Gymnasiums Buchen recherchierte eine Gruppe von Acht-, Neunt- und Zehntklässlern das Leben der Familie von Max und Rosa Neumann sowie ihres Sohnes Louis. Neben der Sichtung von Archivmaterial standen auch Ortsbegehungen auf dem Programm, darunter ein Besuch des jüdischen Friedhofs und des ehemaligen Wohnhauses in Bödigheim.

Auf der Grundlage der Recherche erstellten Damian Unrein, Cora Link, Chaya Laukenmann, Ilian Reichert und Jona Hauk einen Film, der das Leben von Max Neumann nachzeichnet.