Max Neumann (Bödigheim)

Max und Rosa Neumann bei der Hochzeit im Jahr 1931.
(Repro: Louis Neumann)
Max wurde am 21. April 1901 in Bad Ems als Sohn des Kaufmanns Ignatz Neumann und seiner Frau Betty (geb. Stamm) geboren. Ab 1918 war er kaufmännischer Lehrling bei der Firma Frank und Co. Drogen und Farbenwaren in Wächtersbach, wo er bis Anfang der 1930er Jahre arbeitete.
Am 28. Dezember 1931 heiratete Max in Bödigheim Rosa Marx und übernahm gemeinsam mit seiner Frau den Gemischtwarenladen samt Tankstelle. Louis Marx, der Vater von Rosa, war nur wenige Monate vor der Hochzeit verstorben.
Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten hat die junge Familie Neumann Schikanen, Ausgrenzung und Boykottmaßnahmen erdulden müssen. In diese Zeit wurde 1934 der einzige Sohn Ludwig (Louis) geboren, den die liebevollen Eltern behüteten und umsorgten. Ende der 1930er Jahre versuchten sie ihren Sohn über verschiedene Wege aus Nazi-Deutschland herauszuschleusen - vergeblich.
Nach der erzwungenen Aufgabe des Geschäftes und dem notwendigen Verkauf des Wohn- und Geschäftshauses erfolgte am 22. Oktober 1940 im Zuge der "Wagner-Bürckel-Aktion" die Deportation der gesamten Familie Neumann nach Gurs in Südfrankreich. Dort wurde Max von seiner Frau und seinem Sohn getrennt. Ein paar Monate später schickte man ihn mit anderen Häftlingen zur Zwangsarbeit nach Marseille. Seinen Sohn Louis, der durch die Hilfe des jüdischen Kinderhilfswerk OSE aus dem Lager gerettet werden konnte, hat Max nie wieder gesehen.
Im Sommer 1942 wurde er genau wie seine Frau Rosa von Gurs nach Auschwitz verschleppt, wo beide von den Nationalsozialisten ermordet wurden.