Zur Navigation springen Zum Inhalt springen Zum Footer springen

BGB-Projekt thematisierte die jüdische Familie Neumann aus Bödigheim

Von Susanne Hörr und Dr. Anette Stier

Die Familie Neumann aus Bödigheim wurde 1940 nach Frankreich deportiert, dort im Verlauf der Zeit getrennt, und der Sohn, Louis, damals noch im Grundschulalter, überlebte dank der Verschiebung von einer Station zur nächsten. Der heute über 90jährige Louis Neumann lebt in Amerika und wandte sich kürzlich mit dem Wunsch an seine Heimatstadt, einen Brief, den er als Kind geschrieben hatte und in dem er auf Französisch von seiner Deportation berichtet, zu übersetzen, um damit seiner Erinnerung auf die Sprünge zu helfen.

Das Schicksal der Deportation teilt die Familie mit vielen anderen, doch so unmittelbar vor Augen haben die Schülerinnen und Schüler des Burghardt-Gymnasiums es aufgrund der geographischen Nähe selten. Entsprechend motiviert ging die Gruppe von Acht-, Neunt- und Zehntklässlern, betreut von Fr. Dr. Stier und Fr. Hörr, bei ihrer Recherche ans Werk. Neben der Sichtung von Material standen auch Ortsbegehungen auf dem Programm, darunter ein Besuch des jüdischen Friedhofs und des ehemaligen Wohnhauses in Bödigheim sowie der Gedenkstätte in der ehemaligen Synagoge in Buchen, bei denen das Schicksal der Deportierten unmittelbar erlebbar wurde.

Die Schülerinnen und Schüler erstellten auf der Grundlage des Materials zwei Filme, die das Leben von Louis Neumann und das seines Vaters, Max Neumann, nachzeichnen. Diese Filme sollen zeitnah auch Eingang in das Gedenkkonzept der Stadt Buchen mit der Website „buchen-gedenkt.de“ finden.

An dieser Stelle möchten wir Herrn Kohler vom Stadtarchiv Buchen sehr herzlich danken, der uns eine Fülle an Material zur Verfügung gestellt und die Gruppe vor Ort begleitet hat.

 

Rosa und Louis Neumann in Bödigheim um 1938. (Repro: Louis Neumann)

Rosa und Louis Neumann in Bödigheim um 1938. (Repro: Louis Neumann)